Mahabalipuram oder Mamallapuram, Tempel aus einem Felsen

Im Bundesstaat Tamil Nadu , an der Süd-Ostküste von Indien, etwa 65 km südlich von Chennai (Madras) liegt Mamallapuram. Der Ort ist vermutlich bekannter unter dem Namen Mahabalipuram. Er ist heute ein beliebter Badeort mit Palmenstrand und vielen Sehenswürdigkeiten.

Seit 1984 gehört der Tempelbezirk Mahabalipuram zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Es begann im 7. Jahrhundert, der damalige Pallava Herrscher, Mahendravaman I. (600-630) war ein sehr religiöser Mann. Er wollte den Göttern zu Ehren Tempel bauen, in denen alle Baustiele der damaligen Welt an einem Ort vereint sind.

Damals war Mahabalipuram eine Königsstadt mit einem wichtigen Seehafen. Mit dem Bau der Tempelanlagen wurde der Ort zum wichtigen religiösen Zentrum. Die Erben von Mahendravaman I., Narasimhavaman I. (630-668) und später Narasimhavaman II. (690 – 715) bauten an der Anlage weiter.

Da die Pallava nur etwa 200 Jahre herrschten wurde die Tempelstadt nie vollendet.

Von der Felslandschaft zur Tempelstadt

Das Relief mit der Geschichte und Mythologie des Ganges ist ein Hauptanziehungspunkt von Mahabalipuram. Auf 27 Metern Länge und 9 Metern Höhe sind über 100 Figuren in dem steinernen Relief verewigt.

Es zeigt das Leben im 7. Jahrhundert mit Abbildungen der Götter, Tiere, auch den Bauherrn mit seinen Frauen. Aber auch vieles mehr kann man darauf entdecken. Es ist reich an indischer Mystik und Tradition.

Die vielen aus dem Felsen geschlagenen Tempel sind den Göttern geweiht. Sie werden „Rathas“ genannt, abgeleitet von den Wagen, die zu Prozessionen genutzt wurden.

Der Kleinste ist der Draupadi-Ratha. Es ist der Tempel der Göttin Durga, die Göttin der Tapferkeit und Gefährtin von Shiva. In der Nähe ist der Arhuna-Ratha, in dem Shiva mit seinem Reittier, dem Stier Nandie, zu finden ist. Ein Hallentempel nach buddhistischem Vorbild ist der unvollendete Bhim-Ratha mit einem Tonnendach. Er ist Vishnu geweiht.

In den Inschriften am Dhamaja ist Shiva als Herrscher der Welt gepriesen. Hier ist der König Narasimhavarman I. auf einem Elefanten abgebildet. Er wird von seinen drei Frauen begleitet.

Die Tempel werden bewacht von einem lebensgroßen Elefanten, der aus einem Felsen gehauen wurde. Hinter dem steinernen Elefanten steht ein Tempel in ähnlicher Form.

Ein Tempel wurde nicht aus dem Felsen gehauen, sondern aus Steinen gebaut. Er steht am höchsten Punkt und wurde vermutlich als Leuchtturm genutzt.

Eine Pause bei “Krishnas Butterball”

Besonders seltsam ist „Krishnas Butterball“ anzusehen, ein riesiger runder Fels auf einem Hügel. In Krishnas Tempel ist der bäuerliche Alltag des 7. Jahrhunderts abgebildet. Krishna ist bei Hirten aufgewachsen. Er verschönerte den Melkerinnen die tägliche Arbeit durch Musik und Tanz. Die Steinmetze haben das Leben auf dem Land detailliert und lebensgetreu nachgebildet.

Am Strand findet man Tempel, die Vishnu und Shiva gewidmet sind. Nach über 1000 Jahren ist die Anlage sehr verwittert. Da sie vom Wasser umspült wurde, sind die Skulpturen und Reliefs am stärksten geschädigt. Zum Schutz vor dem Wasser wurde eine Mauer um die Tempelanlage errichtet.

Die Tempelanlage von Mahabalipuram ist noch heute eine lebendige Stätte der indischen Religion.

Quelle:www.indien-fieber.de

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