Brauchtum an Navratri und Dassera

Die neun Tage und Nächte von Navratri

Die neun Tage und Nächte von Navratri sind aufgeteilt in drei Gruppen von jeweils drei Tagen.

Die ersten drei Tage stehen im Zeichen der Verehrung von Durga, der Mutter der Götter. Sie symbolisiert Macht, Stärke und Energie. Sie und ihre Reinkarnationen (Kumari, Parvati und Kali) werden in dieser Zeit verehrt und angebetet. Kumari, Parvati und Kali stehen für die Stationen im Leben einer Frau: Kind, junge Frau und reife Frau.

Am vierten bis sechsten Tag wird zu Lakshmi, der Göttin des Friedens und des Wohlstands, gebetet. Der fünfte Tag von Navratri heißt Lalita Panchami. Heute werden traditionell Öllampen (diya) angezündet, um Saraswati den Weg zu den Häusern zu zeigen.

Am siebten bis neunten Tag wird dann Saraswati verehrt. Sie ist die Göttin des Wissens und der Kunst. Durch sie erlangen die Gläubigen spirituelles Wissen.
Am achten und neunten Tag werden die Göttinnen mit heiligen Feuern (yagna) verabschiedet.

Auch der zehnte Tag - Dassera - steht im Zeichen von Saraswati. Heute wird für Wissen und Weisheit gebetet.

Die drei verschiedenen Gruppen von Tagen korrespondieren mit den drei Stationen spiritueller Übungen (sadhana), die ein Gläubiger durchlaufen muß: erst müssen Hindernisse bekämpft und überwunden werden. Dann soll Wissen (im Sinne von Allgemeinwissen) erlangt werden, schließlich wird spirituelles Wissen angestrebt. Dann, mit Dassera, kommt die Wahrheit und der Gläubige erkennt das Wesentliche.

Rituale

Während Navratri gibt es für den Tag und den Abend bzw. die Nacht unterschiedliche Rituale.

Tagsüber wird gefastet und für Gesundheit und Wohlstand gebetet. Die Statuen der Göttinnen auf den häuslichen Schreinen und Altären werden mit Blumengirlanden geschmückt. Auf oder in der Nähe des Schreins wird außerdem ein kleiner Topf mit einer Lampe aufgestellt (diya).

In den Abendstunden wird gefeiert, gegessen und getanzt. Die traditionellen Tänze heißen “garba” oder “dandya raas”. Beim “garba” tanzen nur Männer, “dandya raas” tanzen sowohl Männer als auch Frauen. Die Tänzerinnen tragen dabei besonders farbenfrohe Kleider und Schmuck. Auch am Abend wird zu den Göttinnen, besonders zu Durga, gebetet.

Aussaat

Aus der Zeit, in der Navratri als Erntefest gefeiert wurde, stammt dieses Brauchtum. Die Frauen sähen an Navratri die Samen neun verschiedener Pflanzen aus. Die jungen Pflanzen werden dann der Göttin Durga geopfert.

Feiern

Navratri ist ein fröhliches Fest. Besonders in dörflichen Gegenden versammeln sich Nachbarn und Freunde, um abends und nachts zusammen zu feiern, zu essen und zu tanzen. Manchmal werden dabei auch große Göttinnen-Figuren angebetet.

Bemalte Krüge

Bemalte irdene Krüge sollen die Kraft und Macht der Göttin Durga symbolisieren. In den Krügen befinden sich Wasser und eine kleine (schwimmende) Lampe. Das Wasser bedeutet Reinheit, die Flamme unendliche göttliche Macht.

Feuerwerk

An Dassera wird Feuerwerk abgebrannt. Dies symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse und steht in Zusammenhang mit dem Fest Diwali.

Prozessionen

Ebenfalls an Dassera werden Prozessionen veranstaltet. Dabei werden Bilder mit Szenen aus dem Leben Ramas mitgeführt.

Rama-Navaratri oder Ramnavmi

Dieses Fest wird im Monat Chaitra (etwa April/Mai) begangen. Es ist das Gegenstück zu den Herbstfeierlichkeiten. An Rama-Navaratri wird nicht Durga, sondern Rama besonders verehrt. Er soll am neunten Tag des Monats Chaitra geboren sein. Viele gläubige Hindus fasten an Rama-Navaratri. Die Tempel werden geschmückt. Im Mittelpunkt stehen außer Rama auch die Göttin Sita und Gott Hanuman.

Farben

Farben des Shakti (kosmische Energie) sind rot, weiß und gelb. Besonders die Hindus in Trinidad und Tobago schmücken ihre Häuser in diesen Farben.

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